Normal oder ganz anders?
- Mireille Gugolz

- vor 3 Tagen
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Das Gewohnte einmal ganz anders machen.
Das haben wir in meinem letzten Kurs mit Studierenden der Schule für Gestaltung gewagt!
Ziel war es, die eigene Auftrittskompetenz für den künftigen Berufsalltag zu stärken.
Doch wie entwickelt man seine individuelle Auftrittskraft?
Einfache Rezepte zu verteilen und klare Anweisungen zu geben klingt für manche vielleicht verlockend. Ich behaupte jedoch: So findet niemand seine persönliche und professionelle Auftrittskraft.
Darum haben wir gemeinsam geforscht.
Als Erstes erkundeten wir die eigene «Normalität». Wir experimentierten: Wer und wie bin ich normalerweise? Was ist mein «Normal»? Wie bewege ich mich, wie spreche ich, wie trete ich auf – etwa auf dem Weg zur Schule, beim Begrüssen der Chefin oder an einer Party?
Im zweiten Schritt untersuchten wir, was passieren würde, wenn wir das «Normale» einmal «total anders» machen würden: Wie würde ich mich bewegen? Wie würde ich gehen? Wie würde ich sprechen? Wie würde meine Stimme klingen?
Wir wagten uns, probierten aus und lachten viel über uns selbst – immer in der Annahme, dass wir uns im Alltag wohl kaum so zeigen würden. Das machte richtig Spass.
In der ernsthafteren Vertiefung zeigte sich etwas Spannendes:
Zwischen den Polen von «normal» und «total anders» wurden Eigenheiten und Stärken sichtbar, die manchen zuvor gar nicht bewusst waren. Bei einigen zeigte sich plötzlich eine Präsenz, die zuvor noch zurückgehalten worden war und nun klar und kraftvoll zum Ausdruck kam.
So freuten wir uns gemeinsam über die Vielfalt individueller, professioneller Auftritte, die darauf warteten, auch im Berufsalltag gesehen zu werden.
In diesem Spannungsraum beginnt Lernen.
Wenn wir das Gewohnte beobachten, erkennen wir eigene Muster. Durch bewusstes Variieren entdecken wir neue Möglichkeiten. Danach können wir gezielt auswählen, was zu unserer professionellen Wirkung passt und was wir in unsere persönliche Auftrittskraft integrieren möchten. Dieses Vorgehen entspricht unter anderem dem Prinzip des Erfahrungslernens nach David A. Kolb.
Ich wünsche dir, dass diese Arbeit auch dich inspiriert, dein Gewohntes auch einmal ganz anders zu machen.
Herzlich
Mireille
Mireille Gugolz GmbH, März 2026




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