Zuhören lohnt sich
- Mireille Gugolz

- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

In diesem Artikel: Warum es sich lohnt, genau zuzuhören.
Kürzlich nahm ich an einem Kurs teil. Interessiert lauschte ich dem Referenten. Irgendwann griff ich mir zufällig ans Ohr. Und, oh Schreck! Wie ein Blitz durchzuckte es mich: Einer meiner Ohrringe, die ich mir am Morgen angesteckt hatte, hängte nicht mehr an meinem Ohr! Ich hatte ihn offenbar verloren. Das schmerzte mich so sehr, dass ich kaum noch zuhören konnte.
In der Pause suchte ich die Orte ab, wo ich mich aufgehalten hatte. Erfolglos. Frustriert berichtete ich einer Kollegin von meinem Verlust. Eine Sitznachbarin meiner Kollegin hörte mir zu. Der Kurs ging weiter. Es folgte die Mittagspause. Nach dem Mittag kam ich mit vollem Magen und leerem Ohr zurück. Doch als ich den Raum betrat, stand dort die Sitznachbarin meiner Kollegin. Fragend streckte sie mir ihre Hand entgegen: «Ist das dein Ohrring?» Ich konnte mein Glück kaum fassen! Jemand hatte den Ohrring gefunden, ihn auf einen Tisch gelegt und die Sitznachbarin, die von meinem Verlust gehört hatte, entdeckte ihn dort. Welch ein Glück, dass sie zugehört hatte!
Mein Erlebnis erinnerte mich an einen Artikel von Marisa Gierlinger, auf den ich in meinen Kursen gerne verweise: «Warum sich gutes Zuhören lohnt».
Die Autorin beleuchtet die Bedeutung des Zuhörens für die Kommunikation.
Eine Aussage bewegt mich besonders:
«Zuhören erfordert Zuhörabsicht.»
Genau hier liegt der Knackpunkt. In manchen Gesprächen wird nämlich nur vermeintlich zugehört. Zu oft geht es nur darum, die nächste Sprechpause abzuwarten, damit das eigene Anliegen platziert werden kann. Das ist kein Zuhören, jedenfalls nicht ein Zuhören, das ein gemeinsames Weiterkommen durch gegenseitiges Verständnis fördert.
Echtes Zuhören verlangt, dass man zuhören will.
Echtes Zuhören heisst, dasein, dem Gegenüber Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Zuhören braucht innere Ruhe und Geduld. Es geht nicht in erster Linie um das Verstehen, sondern um das Zuhören. Echtes Zuhören, löst im Gegenüber so meist Entspannung aus. Denn es entsteht das Gefühl, gehört zu werden und wahrgenommen zu werden.
Erst wenn sich alle Beteiligten gehört fühlen,
kann auch wirklich miteinander gesprochen werden.
Zugegeben, die Sitznachbarin meiner Kollegin hat wohl nur zufällig zugehört.
Aber sie hat mich gehört. Und das war mein grosses Glück.
Viel Spass beim nächsten Zuhören - es lohnt sich!
Wenn du das Zuhören und Gespräche-Führen trainieren willst, unterstütze ich dich gerne.
Ich freue mich über deinen Kontakt.
Herzlich
Mireille


Kommentare