3 Schritte zur Handlungsfähigkeit


Wie du mit deinem Körper wieder sprechen und handeln kannst, wenn du überrascht wirst.
Ich war vor Kurzem mit einem Freund in eine schwierige Diskussion verwickelt.
Und plötzlich sagte er diesen einen Satz:
«Was weisst du schon über Körpersprache?!»
Dieser Satz tat weh!
Ich hatte das Gefühl, in meiner Fachkompetenz und in meiner Person hinterfragt und kritisiert zu werden. Mein Herz raste. Meine Wangen glühten. Mein Puls hämmerte. Hätte ich in diesem Moment in einen Spiegel geschaut, hätte mir eine grimmige, feurige Furie entgegengeschaut, mit der ich keine Sekunde mehr im Raum verbringen wollen würde.
Ich wollte antworten, wusste aber nicht was und wie. Tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf. Keiner wollte der richtige sein.
Stattdessen sagte ich NICHTS. Ich konnte einfach nicht sprechen.
Das war meine Rettung.
Denn in dieser unfreiwilligen Sprech-Pause gelang es mir, mich auf meinen Körper und die Kraft der Körperkompetenz zu verlassen:
Ich schaute mich im Raum um.
Ich spürte meinem Körper nach.
Ich suchte nach dem, was uns verbindet.
Nach einem kurzen Moment fand ich meine Sprache wieder.
Ich konnte eine passende Antwort geben: Ich lud meinen Freund ein, mit mir einen Spaziergang zu machen. Er hat dankend angenommen :-)
Hinter diesem Drei-Schritt stehen fundierte Erkenntnisse über unser Nervensystem und die körperorientierte Arbeit von Menschen wie Stephen Porges und Peter Levine.
Unten gebe ich dir ein paar Ideen, wie du diese Methode umsetzen kannst.
Was ich bestimmt weiss über Körpersprache:
Körpersprache heisst nicht nur, seine Auftrittskraft nutzen, um eine Botschaft möglichst erfolgreich zu platzieren. Körpersprache heisst auch, auf den eigenen Körper hören und ihm eine Antwort anbieten, damit er dir helfen kann, in einem schwierigen Moment deine Sprache wieder zu finden.
Hör deinem Körper zu. Er spricht mit dir. Sprich du auch mit ihm!
3 Schritte zu mehr Handlungsfähigkeit
Hier gebe ich dir 3 Schritte, die dir helfen können, wenn du auch einmal so perplex bist, dass du nicht mehr sprechen oder handeln kannst.
Orientierung: "Wo bin ich?"
Orientiere dich.
Schau dich um. Lass deinen Blick durch den Raum schweifen.
Was gefällt dir im Raum? Wo hat es Licht? Wo steht was?
Betrachte 3 verschiedene Dinge im Raum genau. Schau dir bei jedem Ding ein Detail genauer an. Welche Farbe, Form oder Grösse hat der Gegenstand? Wo steht er? Was macht ihn besonders? ...
> Dein Nervensystem bekommt Orientierung und beruhigt sich.
Präsenz: "Was spüre ich? Was fühle ich? Was denke ich?"
Nimm wertfrei deinen Körper, deine Gefühle, deine Gedanken wahr:
Was spürst du im Körper? Spürst du Wärme, Kälte, Spannung, Entspannung?
Lockere deinen Körper, entspanne deine Schultern, bewege deine Füsse, strecke dich.
Atme 3 x entspannt und bewusst aus.
Was fühlst du? Bist du wütend, frustriert, ängstlich, nervös, ...?
Nimm deine Gefühle wahr, ohne sie verändern zu wollen.
Wenn es in die Situation passt, sprich aus, wie du dich gerade fühlst.
Was denkst du? Was sagen deine Gedanken? Wie unterscheiden sie sich?
Lass sie an dir vorbei ziehen. Oder lass sie im Raum stehen.
> Du wirst wieder präsenter.
Verbindung: "Wer ist mit mir hier? Was verbindet uns?"
Verbinde dich mit deinem Gegenüber.
Wer sitzt dir gegenüber? Welche Positiven Aspekte erkennst du im Gegenüber? Was verbindet euch? Was habt ihr gemeinsam?
Lass euch beiden Zeit, um zu sein und zu sprechen.
Halte wohlwollenden Blickkontakt. Sprich mit ruhiger, entspannter Stimme.
Macht gemeinsam eine Pause.
> Du wirst wieder handlungsfähig.
Mireille Gugolz GmbH, Oktober 2026




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